Stadt Münster
25.000 Euro Preisgeld für „Klimaneutrale Stadtverwaltung 2030“
Die Auszeichnung wurde für die Konzeptstudie „Klimaneutrale Stadtverwaltung 2030“ vergeben. Das Handlungsprogramm zeigt den Weg zu einer klimaneutralen Stadtverwaltung auf, legt Maßnahmen und Zuständigkeiten fest und leistet damit einen Beitrag zum Gesamtziel einer klimaneutralen Stadt.
Video zum ausgezeichneten Projekt
„Wir freuen uns sehr, dass Münster zu den Gewinnerinnen im Wettbewerb ‚Klimaaktive Kommune 2022‘ gehört. Der Preis würdigt nicht nur unsere Leistungen im Bereich klimaneutrale Verwaltung, sondern bestärkt auch unser Bestreben, die Energiewende in unserer Stadt weiter voranzutreiben. Das Preisgeld möchten wir im Rahmen von Quartiers- und Nachbarschaftsinitiativen zur Unterstützung des Ausbaus von Photovoltaik auf privaten Dächern nutzen.“
Alle Infos zusammengefasst in einem Factsheet: barrierefreies PDF zum Download
Transformation des Systems „Verwaltung“
Gemeinsam mit ihren Fachämtern, Eigenbetrieben und Tochtergesellschaften sowie externer Unterstützung hat die Stadtverwaltung eine umfassende Konzeptstudie mit dem Namen „Klimaneutrale Stadtverwaltung 2030“ entwickelt. Die Studie baut auf bestehenden Aktivitäten auf, die entweder aus bereits entwickelten Handlungsprogrammen und Konzepten oder aus anderweitig initiierten Projekten und Prozessen aus dem Konzern Stadt Münster stammen. Im Rahmen der Konzepterstellung wurden die Aktivitäten dann strukturiert und weiterentwickelt.
Klimaneutralität ist ein oft genutztes Schlagwort, aber in Münster war schnell klar, dass es dazu nicht weniger braucht, als eine gesamtheitliche Transformation des Systems „Verwaltung“. Um die Emissionen, die durch die Stadtverwaltung verursacht werden, zu mindern, wurde zunächst der Anwendungsbereich, das heißt Systemgrenzen und der Betrachtungsrahmen, beschrieben sowie eine Bilanzierung aufgestellt. Dabei wurde der Leitfaden „Der Weg zur treibhausgasneutralen Verwaltung“ des Umweltbundesamtes angewendet.
Anschließend hat die Stadtverwaltung in einem internen partizipativen Prozess ein umfassendes Maßnahmenprogramm mit 22 übergeordneten Maßnahmenbündeln und 49 einzelnen Bausteinen entwickelt, um die notwendigen Schritte auf dem Weg zur Klimaneutralität in der Stadtverwaltung bis zum Zielhorizont 2030 zu definieren.
Die Maßnahmen lassen sich vier Handlungsfeldern zuordnen: Zu den Mobilitätsmaßnahmen zählen zum Beispiel ein klimafreundlicher Fuhrpark und der Aufbau eines klimafreundlichen städtischen Mobilitätsmanagements. Zum Handlungsfeld „Gebäude, Energie, Ver- und Entsorgung“ gehören die umfassende und vollständige energetische Sanierung der städtischen Liegenschaften sowie die Anwendung der Leitlinien für den klimaneutralen Neubau. Im Bereich Beschaffung und Veranstaltungen sind unter anderem die Entwicklung von Richtlinien und verbindlichen Verfahrensanweisungen für nachhaltige Beschaffung und das Vorhaben zur konsequenten Ausrichtung von Veranstaltungen nach Nachhaltigkeit- und Klimaschutzkriterien festgehalten. Aber auch organisatorische und strukturelle Optimierungen innerhalb der Stadtverwaltung für mehr Klimafreundlichkeit wurden erarbeitet und im Handlungsfeld „Übergreifende Maßnahmen“ zusammengeführt.
Verwaltung geht mit gutem Beispiel voran
Mit der Konzeptstudie wurde ein Handlungsprogramm erarbeitet, das die Stadt Münster konsequent in die Umsetzung bringt. Einbezogen wurden die Abfallwirtschaftsbetriebe, das Amt für Immobilienmanagement, das Amt für Mobilität und Tiefbau, das Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, das Personal- und Organisationsamt, die Stadtwerke Münster, das Münster Marketing, das Stadtmuseum Münster, das Theater Münster sowie die Stadtbücherei. Die Beteiligung der Schlüsselakteure ist entscheidend, damit die Maßnahmen und das Konzept mitgetragen werden. Denn der Weg zu einer klimaneutralen Stadtverwaltung kann nur gemeinsam mit den zuständigen Verwaltungsbereichen gegangen werden.
Fast zeitgleich zur Erarbeitung der Konzeptstudie wurde in einer weiteren Studie die Klimaneutralität bis 2030 für das gesamte Stadtgebiet untersucht. Der Anteil der Stadtverwaltung an den gesamtstädtischen Emissionen beträgt zwei Prozent – das klingt nicht viel. Dennoch ist sich die Stadt Münster bewusst, dass sie die Stadtgesellschaft nur für den Klimaschutz gewinnen kann, wenn sie ihren eigenen Handlungsspielraum maximal nutzt und mit gutem Beispiel vorangeht.